Unterwäsche & Hygiene
Intimhygiene: Weniger ist viel viel mehr
Parfüm lässt einen duften, Deo schützt vor Schweißgeruch. Auch für die Intimzone gibt es allerlei, womit Du schlechten Geruch vermeiden sollst. Ist das nötig? Und: Ist es gesund? Nein, übereifrige Pflege des Schambereichs ist alles andere als gut. Mit der Scheide heißt es schonend umgehen. Dann schützt sich sie selbst vor Infektionen - und riecht auch nicht.
In der Pubertät kannst Du Dich oft selbst nicht leiden, dafür aber umso besser riechen. Das ist wirklich so! Denn die Geschlechtshormone wirken sich auch auf die Haut und die Schweißdrüsen aus. Plötzlich verströmt Dein Körper unter den Achseln und im Schritt Gerüche. Das irritiert Dich vielleicht am Anfang. Aber sei unbesorgt: Meist nimmst Du Deine Ausdünstungen viel intensiver wahr, als die Menschen in Deiner Umwelt.
Hände weg von Intimsprays und Scheidenspülungen
Sicher hast Du schon mal gehört, dass Düfte eine Menge mit Sympathie und Abneigung zu tun haben. Zu manchen Menschen fühlst Du dich hingezogen, andere kannst Du im wahrsten Sinne des Wortes nicht riechen. Gerade wenn es um Liebe geht und die Schmetterlinge im Bauch wild umherflattern, will jeder durch besonders guten Körpergeruch betören. Das ist verständlich. Duftende Seifen und Pflegelotionen können Dir helfen, Dich in Deinem Körper wohl zu fühlen. Ein Deo macht Dich vielleicht sicherer. Insgesamt besteht die Kunst jedoch darin, dass richtige Maß an Körperhygiene zu finden. Zu viel schadet nämlich. Es zerstört den natürlichen Säureschutzmantel der Haut und macht sie anfällig gegenüber Keinem, Bakterien und Pilzen. Das gilt ganz besonders für die Intimzone. In der Pubertät entwickeln viele Mädchen jedoch einen regelrechten Reinheitszwang, wie Hautärzte mit Sorge beobachten. Manche waschen ihren Schambereich sogar nach jeden Toilettengang mit Seife, Duschgel oder speziellen Intimwaschlotionen. Viele benutzen regelmäßig Intimspray. Das ist jedoch völlig überflüssig und kann sogar schaden. Genauso unnötig und ungesund sind Scheidenspülungen. Überhaupt solltest Du das Innere Deiner Scheide niemals waschen. Die Vagina reinigt sich nämlich von selbst. Eine Spülung zerstört das natürliche Scheidenklima und ebnet Eindringlingen den Weg. Die Folge kann eine Scheidenpilzinfektion sein.
Den Schambereich nur sanft reinigen
Es ist sicher nicht übertreiben, den Schambereich ein Mal am Tag gründlich zu reinigen. Auf aggressive Seifen oder Duschgels solltest Du dabei aber verzichten. Sie trocknen die Schleimhäute aus, machen sie rissig und anfällig für Infektionen. Besonders wichtig ist, dass keine Duftstoffe auf die Schleimhäute gelangen. Sie reizen sie stark. Vorsicht auch vor Feuchttüchern: Sie enthalten meist Parfüm und Konservierungsstoffe und sind deshalb im Schambereich tabu. Grundsätzlich ist Waschen mit lauwarmem Wasser ausreichend, eine Intimwaschlotion mit Milchsäure kann den natürlichen Schutzwall der Scheide zusätzlich unterstützen. Auf einen Waschlappen kannst dabei Du gerne verzichten. Bisweilen tummeln sich dort allerhand Keime, besonders wenn ihn noch andere benutzen. Wenn Dir Wasser partout nicht genügt, solltest Du auf jeden Fall zu Produkten mit einem sauren pH-Wert greifen. Zur richtigen Pflege gehört auch, dass Du den Intimbereich nach dem Waschen sorgfältig abtrocknest. Aber nicht scheuern! Dass Du ein eigenes Handtuch verwendest, ist für Dich bestimmt sowieso selbstverständlich.
Ständige Slipeinlagen können die Schleimhaut austrocknen
Während der letzten Tage Deiner Monatsblutung kann es angenehm sein, statt eines Tampons eine Slipeinlage zu tragen. Gleiches gilt, wenn Du mal stärkeren Ausfluss hast. Allerdings solltest Du nicht ständig aus übertriebener Hygiene Slipeinlagen tragen. Zum einen ist das unnötig, denn der normale weißliche Ausfluss riecht kaum. Zum anderen kann das ständige Verwenden dazu führen, dass deine Schleimhaut zu trocknen und damit anfällig für Infektionen wird. Wenn Du Slipeinlagen kaufst, achte darauf, dass sie keine Duftstoffe enthalten und Luft durchlassen. Solche mit Folie speichern Wärme und Feuchtigkeit in der Scheide und bieten Pilzen so ein ideales Klima zur Vermehrung.










