Menstruation und Vaginalpilz

Sport, Scheidenpilz und Menstruation

Sport, Scheidenpilz und Menstruation
Auch bei einer Scheidenpilzinfektion muss die Frau nicht auf Sport verzichten - wenn sie auf Hygiene und richtige Kleidung achtet
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Laufen, Schwimmen, Rad fahren, Reitsport - all diese Sportarten sind nicht unbedingt geeignet für Frauen, die zu Scheidenpilzinfektionen neigen. Kommt die Periode hinzu, kann die mechanische Belastung durch Binden oder Tampons zusätzlich das Infektionsrisiko vergrößern oder die Heilung hinauszögern. Daher sollten Patientinnen beim Sport einige Ratschläge beachten.

Bei schönem Wetter hält Anne F. nichts im Haus. So oft es ihre Zeit zulässt treibt sie Sport: Ein leichtes Lauftraining am frühen Morgen oder eine halbe Stunde Schwimmen, Hin- und Rückweg mit dem Rad gemeistert - sie ist so gut in Form wie schon lange nicht mehr. Die Schattenseite ist der hartnäckige Scheidenpilz, der sie seit einigen Wochen plagt. Besonders während der Periode (Mensis) ist das Jucken und die wunde Haut besonders unangenehm. Doch ihren Sport möchte Anne auf keinen Fall aufgeben, auch nicht für die kurze Zeitspanne, in der sie auf Tampon oder Binde angewiesen ist.

Binden nicht bei allen Sportarten geeignet

Um trotz Monatsblutung sportlich aktiv zu sein, können neben den bewährten Tampons auch Binden gewählt werden. Selbst unter eng sitzender Sportkleidung fallen die modernen superdünnen Produkte kaum noch auf und schützen dennoch sicher vor unangenehmen Überraschungen. Im Hinblick auf einen Scheidenpilz sollte aber bedacht werden, dass bei Sportarten wie Rad fahren oder Reiten die Binde auf der entzündeten Haut reibt.

Vorsicht mit Tampons bei leichten Blutungen

Viele Frauen bevorzugen darum sowohl bei Scheideninfektionen als auch beim Sport einen Tampon. Beim Sport schützt er vor unangenehmen Situationen. Auch wenn eine Scheideninfektion vorliegt, ist ein Tampon eine gute Lösung. Wichtig ist jedoch, die Tampongröße der Blutungsstärke anzupassen. Bei geringen Blutungen kann ein Tampon, der zu lange trocken in der Vagina liegt, die Scheide austrocknen. Beim Sport, vor allem bei längeren Trainingseinheiten, ist die mechanische Belastung durch einen trockenen Tampon in der Scheide zudem besonders ungünstig, wenn eine Infektion vorliegt. Feinste Schleimhautrisse bieten den Krankheitserregern dann perfekte Wege, um sich einzunisten und das Krankheitsgeschehen zu verschlimmern.

Kein Plastik im Intimbereich

Ein besonderer Feind eines gesunden Intimbereichs ist enge, luftundurchlässige Sportkleidung. "Je mehr Wärme sich beim Sport entwickelt, desto wichtiger ist es, geeignete Wäsche zu tragen, die Wärme und Feuchtigkeit vom Körper wegtransportiert", erklärt Dr. Christian Albring, der Landesvorsitzende des Berufsverbands der Frauenärzte e.V. in Niedersachsen. Menstruationshöschen aus Baumwolle mit Kunststoffeinsatz, wie sie immer noch verkauft werden, sind in jeder Hinsicht ungeeignet. Unter der Kunststofffolie kann die Haut nicht atmen. Starkes Schwitzen beim Sport zusammen mit der Feuchtigkeit, die durch die Mensis entsteht, zerstört den Säureschutzmantel der Haut. Die oberen Hautschichten weichen auf und die Erreger der Scheideninfektion können explosionsartig wachsen. Darum: Plastik im Intimbereich? Nein danke!

Anders dagegen sind die Kunstfasern der speziellen Sportwäsche. So genannte Funktionskleidung saugt den Schweiß nicht auf, sondern führt ihn von der Haut weg nach außen, wo er verdunsten kann. Baumwolle dagegen hält die Nässe fest.

Der Tipp des Facharztes Dr Albring zu Sportunterwäsche, Menstruation und Scheidenpilz: "Atmungsaktive Spezialfasern, Tampons oder dünne, luftdurchlässige Binden und eine ganzheitliche Behandlung der Scheideninfektion - dann steht dem Sport trotz Mensis und Infektion nichts im Wege."

Was Sie bei Scheidenpilz beachten sollten!
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    Richtig Waschen

    Während einer Pilzinfektion Waschlappen, Handtücher und Unterwäsche täglich wechseln und diese bei mindestens 60 Grad mit einem Vollwaschmittel in der Waschmaschine waschen.

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    Vorsicht vor seltsamen Hausmitteln (1)

    Tampons mit Joghurt zählen dazu, denn es kursiert der Mythos, dass sie den Pilz in der Scheide bekämpfen helfen. Jedoch die Tampons entziehen der entzündlich veränderten Schleimhaut Feuchtigkeit und trocknen sie aus. Außerdem sind die Bakterienstämme im Joghurt andere als die natürlich vorkommenden Laktobazillen.

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    Welche Wäsche geeignet ist

    Auf Hosen und Slips aus Synthetik lieber verzichten und Baumwollwäsche bevorzugen, String-Tangas nur zu besonderen Gelegenheiten tragen.

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    Keine übertriebene Hygiene

    Versuchen Sie nicht, den Pilz durch übertriebene Hygiene „wegzuwaschen“ oder Intimdeos und Scheidenspülungen zu verwenden – das beeinträchtigt das Scheidenmilieu negativ.

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  • scheidenpilz02_schwimmbad-149470140.jpg
    Worauf Sie im Schwimmbad oder am Meer achten sollten

    Im Schwimmbad immer Handtücher unterlegen und nasse Badesachen rasch wechseln. Denn Pilze lieben Feuchtigkeit und Wärme!

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    Vorsicht vor seltsamen Hausmitteln (2)

    Knoblauch in die empfindliche Intimregion einzubringen, kann unangenehme Reizungen und allergische Reaktionen hervorrufen.

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  • scheidenpilz07_reiseapotheke-99905740.jpg
    Was Sie auf Reisen dabei haben sollten

    Ein wirksames Antipilzmittel gehört in jede Reiseapotheke, um die oft peinliche und langwierige Suche nach ärztlicher Hilfe in der Ferne und Experimente mit landesüblichen Medikamenten zu vermeiden.

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    Luftdurchlässige Binden benutzen

    Scheidenpilz während der Periode? Bindenbenutzerinnen sollten dann unbedingt darauf achten, luftdurchlässige Exemplare zu wählen. Denn Plastik im Intimbereich – ob in Unterwäsche oder Binde – fördert die Feuchtigkeit und damit den Scheidenpilz.

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    Scheidenpilz nicht totschweigen

    Denn das funktioniert nicht! Wer seinen Mut zusammennimmt und frühzeitig in die Apotheke geht, bekommt effektive Medikamente gegen den Scheidenpilz. Apotheken-Angestellte haben sehr häufig mit Mykosen zu tun, also keine Bange.

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    Scheidenmilieu mit Milchsäure stärken

    Nach dem Scheidenpilz oder wenn eine Frau sehr häufig betroffen ist, empfiehlt es sich, die Scheidenflora mit einer Milchsäurekur aufzubauen und so die Abwehr der Schleimhaut zu stärken. Der beste Zeitpunkt dafür: kurz nach der Menstruation.

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    Unter Umständen den Partner mitbehandeln

    Meist ist es nicht nötig, den Partner mitzubehandeln, wenn die Frau Scheidenpilz hat. In seltenen Fällen kommt es aber vor, dass der Pilz sich am Penis festsetzt. Dann ist eine Behandlung des Jungen oder Mannes angesagt, damit es nicht zur gegenseitigen Ping-Pong-Infektion kommt.

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    Vorsicht vor seltsamen Hausmitteln (3)

    Dass Teebaumöl Scheidenpilz bekämpfen soll, ist ein Mythos. Das Öl kann untenherum aufgetragen sogar die empfindliche und vom Pilz gestresste Schleimhaut reizen und schadet dann eher.

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Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 19. Juni 2013

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