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Hygiene

Toilettenbrille kann Scheidenpilz übertragen

Öffentliche WCs sind keine Horte der Sauberkeit. Frauen können sich hier alles Mögliche holen - auch eine Pilzinfektion. Daher nicht auf die Klobrille setzen!

Keime auf Toilettensitzen und Türklinken

Gerade Frauen, die immer wieder an Scheidenpilz erkranken, kommen ins Grübeln und gehen Gelegenheiten durch, bei denen es sie erwischt haben könnte. Fast jede Betroffene stellt sich dann auch mal die Frage, ob sie sich vielleicht auf einer öffentlichen Toilette angesteckt hat. Kein abwegiger Gedanke. Öffentliche WCs genießen schließlich nicht den besten Ruf. Und das zu recht. Ein Hygienetest des ADAC im Jahr 2005 zeigte z.B. eine enorme Keimbelastung von Toiletten in Raststätten. Über 60% der inspizierten Sanitäranlagen bewerteten die Tester als gesundheitlich bedenklich. Keime und Krankheitserreger fanden sich unter anderem auf Armaturen, Türklinken und Toilettenbrillen. Putzprotokolle, die WC-Besuchern Hygiene suggerieren sollen, erweisen sich dabei nicht selten als trügerisch. So mutmaßten die ADAC-Prüfer, dass das Personal Toilettensitze zu Spitzenzeiten zwar häufiger reinigt, aber immer mit demselben Lappen. Statt Keime und Erreger zu beseitigen, werden sie vielmehr noch verteilt.

Kontakt mit der Klobrille vermeiden

Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass eine Frau sich auf einer öffentlichen Toilette eine Pilzinfektion geholt. "Theoretisch ist eine Übertragung durch eine Schmierinfektion möglich", urteilt LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte eine Frauen sich nicht auf die Klobrille setzen. Wenn kein Kontakt stattfindet, können keine Pilzsporen übertragen werden. Und andere Krankheitserreger im Übrigen auch nicht.

Türklinke mit Papier abputzen

Theoretisch stellen auch die Türklinken auf öffentlichen WCs eine Ansteckungsquelle für Scheidenpilz dar. Die Möglichkeit, sich hier zu infizieren, scheint aber deutlich geringer als bei Klobrillen, auch weil die Pilzsporen danach erst einmal in die Vagina gelangen müssten. Wer eine Infektion aber auf jeden Fall ausschließen will, reibt die Türklinke mit Toilettenpapier ab, bevor er sie anfasst. Überdies sollte Händewaschen nach dem Toilettengang selbstverständlich sein. Zum Abtrocknen besser nur Papiertücher benutzen; Stoffhandtücher sind ideale Sammelstellen für Erreger.

Dampfbäder und Whirlpools gefährlicher als Toiletten

Das Risiko, sich auf einer öffentlichen Toiletten mit Scheidenpilz zu infizieren, sollte aber nicht überbewertet werden, betont Expertin Oppelt: "In Dampfbädern, Saunen und Whirlpools sind die Möglichkeiten, sich anzustecken, viel größer, da man dort direkt Kontakt mit den Erregern hat." Beispiel: Dampfbäder. Viele Besucher sitzen hier nicht auf ihren Handtüchern und kommen mit Krankheitskeimen wie Scheidenpilzen in Berührung. So komme es leicht zu einer Schmierinfektion, erklärt Oppelt. In Whirlpools könnten sich Keime sogar ungehindert vermehren und direkt übertragen werden. Frauen mit chronischem Scheidenpilz sollten daher nicht in Whirlpools steigen. Wer nicht davon lassen will, kann seinen Intimbereich mit einer Fettcreme wie Vaseline zu schützen versuchen. Nach einiger Zeit wird die Fettschicht jedoch durchlässig. Daher nicht zu lange im Whirlpool bleiben und anschließend unbedingt die nassen Badesachen ausziehen.

Quelle: Nach Informationen eines Gesprächs mit Dr. Anja Oppelt, Frauenärztin und LIFELINE-Expertin und des ADAC
Autor: Martina Janning
Stand: 24.07.2008



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