Wenn Slips keine 60-Grad-Wäsche vertragen

Was Ihre Wäsche mit chronischem Scheidenpilz zu tun hat

Das Reinigen von Kleidung und Handtüchern ist entscheidend, um eine Neuinfektion mit Scheidenpilz zu verhindern. Für zarte Stoffe gibt es spezielle Mittel.

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Gründliche Reinigung schützt vor Neuinfektionen.

Manche Frauen erkranken immer wieder an Pilzinfektionen der Vagina und loten daher alle Möglichkeiten der Ansteckung aus. Eine Nutzerin fragte die Lifeline-Scheidenpilzexpertin Dr. Anja Oppelt: "Immer wieder bekomme ich Pilz und frage mich warum. Vielleicht sind die Erreger im Bettinlett oder in der Matratze, weil ich nackt schlafe, wenn ich pilzfrei bin, oder in der Kleidung. Kann das sein?"

Ja, Bettzeug und Kleidung können tatsächlich Quellen für Neuansteckung sein. Ein wichtiger Bestandteil der Scheidenpilz-Therapie ist daher das Reinigen von Wäsche und Kleidung, die während einer akuten Infektion mit dem Intimbereich in Berührung gekommen ist. Das betrifft nicht nur Slips und Schlafanzughosen, Badeanzüge und Bikinis, sondern auch Handtücher und Waschlappen oder Bettwäsche, wenn eine Frau nackt schläft.

Hygienespüler wirken auch in kaltem Wasser

Früher glaubte man, nur das Auskochen der Wäsche könnte Pilzen und Bakterien den Garaus machen. Inzwischen wissen Experten es besser. Eine Studie der Hautklinik Ludwigshafen ergab, dass eine 60-Grad-Wäsche mit einem Vollwaschmittel genügt, um Pilze aus der Kleidung zu bekommen. Dumm nur, dass immer weniger Textilien bei 60 Grad gewaschen werden dürfen. Moderne Mikrofasern schonen Ressourcen und Umwelt, weil sie bei niedrigen Temperaturen gereinigt werden können und so wenig Energie und Wasser verbrauchen.

Wie aber bekommt man Mikrofasern, Synthetik und empfindliche Materialien pilzfrei? "Mit speziellen Desinfektionsspülern", sagt Gynäkologin Oppelt. Solche Hygienespüler wirken sogar in kaltem Wasser. Sie werden einfach in die Weichspülkammer der Waschmaschine gegeben. Bei einer Handwäsche reicht es, sie beim letzten Klarspülen zuzugeben. Zu kaufen gibt es Desinfektionsspüler in Drogerien und Apotheken. Sichere natürliche Alternativen zu den chemischen Spülern sind Dr. Oppelt nicht bekannt. Bügeln nutzt auch nichts. Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass Pilze und Bakterien sich durch heißes Plätten abtöten ließen.

Baumwollslips sind gut zu waschen

Hygienespüler werben zwar damit, dass sie trotz ihrer desinfizierenden Wirkung das Gewebe schonen. Es ist allerdings Skepsis angebracht, ob Spitzenhöschen und feine Dessous der Prozedur auf Dauer standhalten können. Expertin Oppelt rät daher bei akutem Scheidenpilz Unterwäsche aus Baumwolle zu tragen, die bei 60 Grad waschbar ist. Und erst "nach der Infektion wieder in die schöne Wäsche zu schlüpfen". Slips aus Baumwolle haben überdies den Vorteil, dass sie Luft durchlassen und für ein gesundes Klima sorgen, in dem Pilzsporen es schwer haben, sich zu vermehren.

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Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2015
Quellen: Nach Informationen von Dr. Anja Oppelt, Gynäkologin und LIFELINE-Expertin, der Zeitschrift Ökotest und Herstellerangaben

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