Milchsäure
Bei Scheidenpilz oft hilfreich
Frauen, die häufig unter Scheidenpilz leiden, möchten gern grundsätzlich etwas gegen ihre Erkrankung unternehmen. Sie sind es leid, bei einer Pilzinfektion immer nur zu reagieren. Für diese Patientinnen sind Milchsäurepräparate oft hilfreich, da sie sich zur Prophylaxe eignen und für ein ausgeglichenes Scheidenmilieu sorgen.
Milchsäurebakterien (Laktobazillen) sind auch in der normalen Vaginalflora enthalten und haben dort eine schützende Funktion. Das bedeutet: Die Milchsäurepräparate haben keine Nebenwirkungen und können darum auch langfristig angewendet werden. Sie können nicht nur zur Prophylaxe genutzt werden: Nach einer Antibiotika-Therapie helfen sie oft, die angegriffene Schleimhaut wieder zu normalisieren. Die Gynäkologin und LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt empfiehlt Milchsäurepräparate auch nach einer lokalen Scheidenpilz-Therapie etwa mit Clotrimazol, da diese Behandlung häufig die Schleimhäute reizt.
Anwendung am besten abends
Am sinnvollsten ist es, mit der Behandlung nach der Menstruation zu beginnen, meint Prof. Klaus Friese von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Denn zu diesem Zeitpunkt ist das Scheidenmilieu recht trocken und damit besonders angreifbar - vor allem wegen des Östrogenmangels zu Beginn des Zyklus. Hinzu kommt: Wenn Frauen Tampons auch während der schwachen Tage der Regel benutzen, wird nicht nur Blut, sondern auch die normale Feuchtigkeit in der Scheide aufgesaugt.
Oppelt empfiehlt, den Applikator abends - möglichst tief - einzuführen: Das Milchsäurepräparat könnte tagsüber herausfliessen, ohne in der Scheide wirken zu können. Eine Therapie mit Milchsäurepräparaten sollte mindestens zwei bis drei Tage dauern. In hartnäckigen Fällen kann die Patientin das Präparat aber auch unbesorgt drei Wochen anwenden, meint Oppelt.
Waschlotionen mit Milchsäure hilfreich
Milchsäurepräparate eignen sich auch bei bakteriellen Vaginalinfektionen. Einige enthalten zusätzlich eine Fettsubstanz, die bei trockenen Schleimhäuten angenehm sein kann. Anderen Produkten ist eine geringe Dosis Estriol beigefügt, das bei Östrogenmangel häufig auch den Aufbau der natürlichen Vaginalflora unterstützt, schreibt die Gynäkologin Helga Seyler im Rundbrief von Pro Familia. Waschlotionen mit Milchsäure, wie sie seit einigen Jahren im Handel sind, können unterstützend angewendet werden.
Vorsicht mit Kondomen
Alternativ zu Zäpfchen können Frauen auch Naturjoghurt anwenden, denn er enthält ebenfalls Laktobazillen. Sie sollten aber den Joghurt nicht mit einem Tampon einführen - das würde die Scheide nur austrocknen. Besser ist es, einen Applikator - wie er Vaginalzäpfchen-Packungen beigefügt ist - oder den Finger zu benutzen, rät Seyler.
Was Frauen, deren Partner mit Kondomen verhütet, keinesfalls vergessen dürfen: Latex kann durch Milchsäurezäpfchen seine Reißfestigkeit verlieren. (kig)










