Brottrunk
Zaubertrank für Pilzgeplagte?
Besonders appetitlich sieht die hellgelbe Flüssigkeit nicht aus. Sie schmeckt auch nicht gut. Zwei Umstände, die es dem Brottrunk eigentlich erschweren müssten, die Herzen der Menschen zu erobern. Dennoch schwören viele Gesundheitsbewusste auf ihn. Seit einiger Zeit gewinnt Brottrunk auch immer mehr Fans unter Frauen, die immer wieder von Scheidenpilzinfektionen geplagt werden.
Brottrunk - das ist ein säuerlich schmeckendes Getränk aus vergorenem Vollkornbrot und Wasser. Kreiert hat es der Bäcker- und Konditormeister Wilhelm Kanne. Das war bereits vor 25 Jahren. Doch bis heute hütet der Westfale das Produktionsgeheimnis seines Ökotrankes. Nur so viel sei verraten: Das verwendete Vollkornbrot aus Roggen, Hafer und Weizen wird nach einem speziellen Verfahren gebacken. Dann kommt es mit frischem Quellwasser und "hauseigenen" Bakterien in einen riesigen Kessel. Hier beginnt die Mischung zu gären. Ein Prozess, der etwa sechs Monate dauert. Manchmal auch länger.
Was macht den Brottrunk so gesund?
Bei der Gärung entstehen so genannte Brotsäure-Bakterien. Sie sind säureresistent und sehr gesundheitsfördernd. Zudem enthält das Gebräu reichlich Milchsäurebakterien und Enzyme. Die wirken sich positiv auf Darmflora und Stoffwechsel aus und stärken das Immunsystem. Das hilft dem Körper, besser mit gesundheitlichen Störungen fertig zu werden und Keime in seiner Umgebung besser zu bekämpfen.
Seine positiven Effekte auf die Gesundheit haben den Brottrunk in letzter Zeit zunehmend bekannt gemacht. Er schützt z.B. vor Infektionen der Mundhöhle und fördert die Heilung von Durchfall. Äußerlich angewandt wirkt Brottrunk desinfizierend. Bereits seit einigen Jahren bewährt sich Brottrunk bei Menschen mit Neurodermitis oder Schuppenflechte. Bei Letzteren mildert schon ein Glas täglich deutlich die Symptome der Krankheit. Das zeigte eine Untersuchung, bei der Dr. Peter Scholz aus Karlshafen 42 Schuppenflechte-Patienten ein Jahr lang Brottrunk verabreichte.
Mit Brottrunk gegen Scheidenpilz
Zunehmend findet der Brottrunk auch bei Frauen mit immer wiederkehrenden Scheidenpilzinfektionen immer mehr Verbreitung. Zwar gibt es keine wissenschaftlichen Studien, die belegen können, dass er zur Vorbeugung von Scheidenpilzen wirksam ist. Doch zahlreiche Rückmeldungen von Frauen sprechen dafür. Vermutlich ist es die Stärkung der Abwehrkräfte, die dem Körper hilft, sich gegen eine Pilzinfektion zur Wehr zu setzen. Wahrscheinlich wirkt sich ferner der hohe Anteil an Milchsäurebakterien günstig aus. Denn diese prägen auch das Scheidenmilieu einer gesunden Frau. Durch die Milchsäurebakterien entsteht nämlich der saure pH-Wert in der Vagina, der Bakterien und Pilze am Wachsen hemmt. Zur Infektion kommt es, wenn das Milieu nicht sauer genug ist.
Natürlich kann auch der Brottrunk keine Wunder versprechen. Frauen mit wiederkehrenden Pilzinfektionen sollten Bruttrunk jedoch ruhig versuchen, empfiehlt LIFELINE-Expertin Dr. Anja Oppelt. Pur getrunken reicht ein Glas à 0,2 Liter am Tag. Ein Tipp, um den säuerlichen Geschmack zu mindern: Brottrunk einfach mit Wasser verdünnen oder Apfelsaft beimischen. Von Tampons und Sitzbädern mit Brottrunk rät die Gynäkologin hingegen ab. Über ihre Wirksamkeit sei nichts bekannt. Außerdem bestehe bei Sitzbädern grundsätzlich die Gefahr, dass Pilze aus dem Darm in die Scheide gelangen. Eine akute Scheidenpilzinfektion sollte auch medikamentös behandelt werden. Hierfür gibt es zuverlässige Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, die auch rezeptfrei in der Apotheke erworben werden können.
Brottrunk gibt es in Reformhäusern, Drogerien und gut sortierten Supermärkten. Eine 0,75- Liter-Flasche kostet um die 1,70 Euro.










